FAQs

A: Allgemein

Sie waren Singlefrauen, die in einem spirituellen Kontext gemeinschaftlich und weitgehend hierarchiefrei in Stiftungshäusern oder -höfen wohnten. Sie lebten verhältnismäßig autonom und bestritten ihren Lebensunterhalt aus Tätigkeiten im sozialen, handwerklichen und Bildungsbereich.

Ein Beginenprojekt ist ein gemeinschaftliches Wohnprojekt von Frauen, die autonom, solidarisch, selbstverwaltet und nachhaltig zusammenleben möchten. Dabei steht das Ziel im Mittelpunkt, gemeinsam älter zu werden, Ressourcen zu teilen und gesellschaftlich aktiv zu bleiben – auf der Grundlage von Gleichberechtigung, Eigeninitiative, Selbstverantwortung und gegenseitiger Unterstützung.

Ein Beginenhaus besteht in der Regel aus eigenen kleinen Wohnungen mit Küche und Duschbad und gemeinsam genutzten Räumen, z. B. für Begegnung, Kultur, Sport oder gemeinsames Kochen. Die Bewohnerinnen gestalten das Zusammenleben in eigener Verantwortung. Die Gruppen sind oft auch wirtschaftlich tätig, indem sie z.B. Kurse oder Gästezimmer anbieten. Kein Beginenhaus gleicht dem anderen.

B: Voraussetzungen fürs Mitmachen

  • Zeit für aktive Mitwirkung
  • Geduld und Ausdauer bei der Planung und Durchführung des Projektes
  • Finanzielle Beteiligung von 2/3 bis 3/4 der Frauen

  • Ja, vor allem als Direktkreditgeberin.
    Ein Direktkredit ist ein Darlehen, das Sie direkt an ein Projekt vergeben – ohne Bank als Zwischenstelle. Ihr Geld fließt unmittelbar dorthin, wo es gesellschaftlichen Nutzen stiftet: in die Unterstützung gemeinschaftlichen Frauenwohnens in einem Beginenhaus.
  • Über weitere Beteiligungsmöglichkeiten entscheidet die Gruppe.

  • Prinzipiell ja. Die Entscheidung darüber trifft die Gruppe. Voraussetzung ist auf jeden Fall aktive, regelmäßige Mitarbeit, ggf. auch ein späteres Amt im Hausverein.
  • Die Stiftung verlangt, dass ca.1/4 bis 1/3 der Frauen einer Projektgruppe keine Einlage mitbringen müssen.

C: Leistungen der Stiftung

  • Beratung und Begleitung, insbesondere auch bei Rechtsform, Finanzierungsfragen und Gewinnung von Frauen.
  • Die Stiftung wird Gesellschafterin einer gGmbH und sichert dadurch die wichtigsten Projektziele ab: Nachhaltigkeit und Selbstorganisation.
  • Dadurch werden Verkauf, Privatisierung, Umnutzung und Spekulation auf Dauer verhindert.

Die Finanzierung, den Bau und die Verwaltung eines Beginenhauses.

D: Finanzierung

  • Die Einlage für die meisten Frauen beträgt zurzeit ca. 100 000 €.
  • Über davon abweichende Beträge entscheidet die Gruppe.
  • Weitere Beträge über die Einlage hinaus sind als Direktkredite willkommen.

Das Stammkapital der gGmbH beträgt gesamt 25 000 €. Die 49 % Beteiligung beziehen sich nur auf dieses Stammkapital. Die Beginenstiftung leistet eine Einlage von 12 250 € – dies entspricht 49 % des Stammkapitals. Der Hausverein (Organisationsform der Bewohnerinnen) leistet eine Einlage von 12 750 €, dies entspricht 51 % des Stammkapitals. Das eigentliche Vermögen, das durch den Bau entsteht, gehört der gemeinnützigen GmbH und kann nicht verkauft werden.

Die Einlage bekommen Sie nach Ablauf einer Frist von max. 18 Monaten wieder ausbezahlt.

Der Einsatz geht nach Ablauf einer Frist von max. 18 Monaten an die Erben. Das können Verwandte, aber auch Organisationen wie die Stiftung oder die Projekt-gGmbH sein. Gemeinnützige Organisationen sind von der Erbschaftssteuer befreit.

Sie selbst. Das kann man meistens nur dann machen, wenn man ein sehr gutes monatliches Einkommen oder Sachwerte (Haus, ETW) hat, die der Bank als Sicherheit dienen.

E: Rechtsform

  • Das Modell ist strukturell identisch mit dem Freiburger Mietshäuser Syndikatsmodell.
  • Die Rechtsform eines Beginenhauses, bzw. -hofes ist eine steuerbegünstigte gemeinnützige GmbH mit den Gesellschaftern Hausverein (Organisationsform der Bewohnerinnen) und Beginenstiftung.

  • Der Hausverein ist das Selbstorganisationsgremium der Bewohnerinnen eines Beginenhauses. Er kümmert sich um das gemeinschaftliche Leben, organisiert Veranstaltungen, Pflege gemeinsamer Räume und vertritt die Interessen der Bewohnerinnen nach außen.
  • Er ist Gesellschafter der gemeinnützigen Projekt-gGmbH, die die Eigentümerin des Hauses ist.

F: Verschiedenes

  • Informieren Sie sich bei einer Informationsveranstaltung oder besuchen Sie einen Tübinger WohnTisch (jeden ersten Samstag eines Monats, 14 – 16 Uhr im Beginenhaus Mauerstraße 3). Dort können Sie andere Interessentinnen kennenlernen und Fragen stellen.
  • Aktuelle Termine und Ansprechpartnerinnen finden Sie auf der Website der Beginenstiftung oder erhalten sie auf Anfrage per E-Mail.
  • Werden Sie Mitglied im Freundeskreis.
  • Melden Sie sich zum Newsletter an.

  • Sie können eine E-Mail an die Kontaktperson der Gruppe schreiben:
    Beginenhaus Hechingen-Stein: beginenhof-hechingen-stein@gmx.de
  • Falls es noch keine Kontaktperson gibt, wie zum Beispiel bei der Startergruppe Tübingen „Maribu“, können Sie eine E-Mail an die Beginenstiftung schreiben: info@beginenstiftung.de. Oder Sie runfen an. Dienstag und Donnerstag erreichen Sie jeweils von 10 bis 12 Uhr Ingrid Bauz in unserem Büro: 0 70 71-13 30 38
  • Sie können an einem WohnTisch teilnehmen.